Verbraucher zahlten im ersten Quartal 2018 über 600 Millionen Euro zu viel für Kredite

Im ersten Quartal 2018 liehen sich Verbraucher in Deutschland 27,17 Milliarden Euro. Wer seinen Kredit im Internet abschloss, zahlte im Schnitt 1,85 Prozentpunkte weniger Zinsen als im Bundesdurchschnitt. Hätten alle Kreditnehmer ihren Kredit im Internet abgeschlossen, hätten sie insgesamt 612,1 Millionen Euro gespart. Das zeigen Daten der Bundesbank, Schufa und des Kreditportals smava. “Nur wenigen ist bewusst, wie groß die Preisunterschiede bei Krediten auch in der aktuellen Niedrigzinsphase sind. Wir schaffen deshalb Transparenz und wollen Verbraucher zum Kredit-Preisvergleich animieren”, sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer von smava.

Zinsen sind im Internet stärker gesunken als im Bundesdurchschnitt

Ratenkredite waren im ersten Quartal 2018 im Durchschnitt günstiger als im Jahresdurchschnitt 2017. Der effektive Jahreszins von Ratenkrediten betrug laut Bundesbank im Bundesdurchschnitt 5,64 Prozent. Das sind minus 0,11 Prozentpunkte gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2017. Noch stärker fiel der effektive Jahreszinssatz von Krediten, die im Internet abgeschlossen wurden. Er sank nach Informationen von smava um 0,29 Prozentpunkte auf durchschnittlich 3,79 Prozent im ersten Quartal 2018. Damit waren im Internet abgeschlossene Ratenkredite im ersten Quartal 2018 1,85 Prozentpunkte günstiger als im Bundesdurchschnitt.

655 Euro statt 978 Euro – Online-Kreditabschluss spart 33 Prozent

Der Durchschnitts-Ratenkredit beläuft sich nach Informationen der Schufa auf 8.854,60 Euro und eine Laufzeit von 45,6 Monaten. Im Bundesdurchschnitt kostete er im ersten Quartal 2018 im Schnitt 977,70 Euro an Zinsen. Der im Internet abgeschlossene Durchschnitts-Ratenkredit kostete im selben Zeitraum im Schnitt 655,38 Euro an Zinsen. Das ist ein Preisunterschied von 322,32 Euro (33 %) pro Kredit. Rechnet man den Preisunterschied pro Kredit hoch auf alle laut Schufa im ersten Quartal neu abgeschlossenen Ratenkredite (1,9 Mio.), dann wird deutlich: Das Sparpotenzial liegt bei insgesamt 612,1 Millionen Euro.

Kaum Bewusstsein für Preisunterschiede

Vor einem Kreditabschluss werden in Deutschland laut Schufa im Schnitt 1,46 Kreditangebote verglichen. “Das ist im Vergleich zum gesamten Kreditangebot verschwindend wenig. Das hängt auch damit zusammen, dass der Vergleich von Filial-Kreditangeboten aufwendig, unangenehm und aussichtslos ist. Ich muss von Filiale zu Filiale gehen. Mich immer wieder einem Unbekannten offenbaren. Und am Ende habe ich, egal wie viele Filialen ich besuche, niemals einen umfassenden Überblick”, sagt Artopé. Ohne es zu wissen, zahlen viele Verbraucher dadurch zu viel für ihren Kredit.

Trend geht zum Online-Kreditabschluss

Laut einer GfK-Marktstudie zur Konsum- und Kfz-Finanzierung im Auftrag des Bankenfachverbands ist der Anteil von Kreditabschlüssen im Internet seit 2015 von 21 auf 27 Prozent in 2017 gestiegen. “Immer mehr Verbrauchern wird klar: Im Internet bekomme ich die gleiche oder sogar eine bessere Leistung zu günstigeren Konditionen. Ich profitiere also vom Kreditabschluss im Internet”, sagt Artopé.

Gang in Online-Filiale reicht nicht – sparen lässt sich nur mit bankübergreifendem Kreditvergleich

“Wer nur zu einer Bank geht, zahlt in der Regel zu viel Geld”, sagt Artopé. Banken sind häufig fokussiert auf den Vertrieb ihrer eigenen Kreditprodukte. “Ein Vergleich mehrerer Banken ist deshalb sehr lohnend.” Wer nicht von Filiale zu Filiale gehen und sich jedes Mal Unbekannten offenbaren möchte, kann Kreditportale wie smava & Co. nutzen. Mit ihnen lassen sich mehrere Kredite verschiedener Banken vergleichen. Im Fall von smava sind es nach Angabe des Portals aktuell 70 Kredite von 25 Banken.